Newsletter.

Was läuft bei wahrnehmung.ch? Was gibt es Neues? Was können Sie selber beitragen? Lesen Sie unsere E-News. Und Sie sind immer up to date.


E-News wahrnehmung.ch Nr. 3 / 2017.

Persönlich.

«Kommen Sie mit Ihren Anwälten oder kommen wir mit Ihnen ins Gespräch?» 

«Weid 21» – mein GPS vermag damit nichts anzufangen. Immerhin kennt es Netstal, das Dorf kurz vor Glarus. Dort, wo die Weite der Ebene beidseitig abrupt begrenzt wird. Von Bergen, die links und rechts so steil und so weit emporragen, dass man ihre Spitzen nicht zu erkennen vermag. Wegen der Wolken, die über dem Tal hängen und ihre Dimensionen optisch beengen. Zwar hat der Regen nachgelassen. Aber die Temperatur von 13 Grad Celsius lässt mich frösteln, zumal es Ende Juli und damit Ferienzeit ist.

Entsprechend treffe ich zu Hause die ganze Familie an. Mutter Eva Rickenbach, Vater Beat Himmelberger und ihre beiden Söhne Nico (*2005) und Luca (*2009). Das Wetter kann der Familie offensichtlich nichts anhaben. Sie hat vor wenigen Wochen dieses Haus bezogen – ihr eigenes Haus voller Grosszügigkeit (vier Stockwerke), Behaglichkeit, Wärme.

«Am Anfang war alles normal»

Warm ist auch der Empfang – Hausherrin und Hausherr bieten mir gleich bei der Begrüssung unkompliziert das «Du» an, lassen mich an ihrer Freude über das eben erst erworbene Heim teilhaben. Und auch an ihrem Leben, das sich am 25. September 2005 dauerhaft veränderte.

Damals kam Nico auf die Welt. «Am Anfang war alles normal», sagt Eva, «aber als er zwei Wochen alt war, haben wir gemerkt, dass er eine Sehbehinderung hat.»

Etwas verwundert frage ich, wie man eine Sehbehinderung bei einem eben erst geborenen Kind feststellen könne. Eva klärt mich auf. Dass ein Sehtest zu den Standardtests gehört, die kurz nach der Geburt durchgeführt werden. Dass der Kinderarzt zu diesem Zweck mit einer Taschenlampe in die Augen leuchtet. Dass es dann einen Reflex geben müsste – den Fundusreflex. Und dass es umgekehrt keinen Reflex gibt, wenn das Licht der Taschenlampe auf eine Trübung trifft – den grauen Star.

Eva macht mich auf etwas aufmerksam, was mir zwar aufgefallen ist, aber was ich nicht zu deuten vermochte: die Besonderheit ihrer Augen. Genauer gesagt: den grauen Star, den sie hat.

Visus 0.06 und 0.16 – und doch erfolgreich in der Schule

«Ich sehe bedingt», erklärt sie. Links beträgt der Visus 0.06, rechts 0.16. Was heisst: Die Sehkraft des linken Auges liegt bei 6 Prozent, jene des rechten Auges bei 15 bis 16%.

Der graue Star begleitete sie durchs Leben. Zuerst an eine Sonderschule für Sehbehinderte und Blinde in Baar. Dann an die Höhere Handelsschule, die sie mit der Berufsmatura abschloss. In der Stimme von Eva schwingt ein wenig Stolz mit, als sie davon spricht, wie sie dieselben Prüfungen absolvierte wie alle anderen Schülerinnen und Schüler, mit dem kleinen Unterschied, dass ihr beim Lösen der Aufgaben ein klein wenig mehr Zeit eingeräumt wurde. Ausser beim Diktat. «Diktat ist eben Diktat.»

Zurück zu Nico. Der Test mit der Taschenlampe ist von rudimentärer Art und «man findet», bemerkt Eva, «nicht immer heraus, wie es um die Augen bestellt ist. Manche Ärzte empfehlen deshalb den Gang zum Spezialisten.»

«Ein grauer Star von Geburt ist eine Seltenheit»

Nach der Vorgeschichte von Eva war es jedenfalls naheliegend, dass «wir bewusst zu einer Augenuntersuchung gegangen sind». Dabei: «Ein grauer Star von Geburt ist eine Seltenheit», weiss Eva. Wobei sie darauf verweist, wie schwierig es – selbstredend – sei, von einem Baby eine Rückmeldung zu erhalten.

Fakt war: Bei Nico wurde eine Sehbehinderung diagnostiziert und den Eltern ans Herz gelegt, eine Operation vornehmen zu lassen, und zwar in der fünften oder sechsten Lebenswoche.

Eva und Beat folgten dem Ratschlag. Ziel der Operation war es, eine organisch gewachsene Linse zu entfernen, so dass es einen Lichteinfall gibt und das Auge zum Sehen animiert wird.

Gesagt, getan. Die Operation verlief, was die Augen bzw. das Sehen anbelangt, erfolgreich. Aber: Sechs Stunden nach der Operation traten Komplikationen auf. Nico bekam Krampfanfälle – epileptische Anfälle. Auf irgendeine Art hatte er ein Hirnödem erlitten, und von dieser Hirnschwellung war der ganze hintere Drittel seines Hirns betroffen.

Doch wie kam es dazu?

Wurde die Schwellung durch die Operation ausgelöst? War eine Schwellung bereits vor der Operation vorhanden? Wurde die Schwellung durch die Operation grösser?

Irgendetwas lief schief

Fragen über Fragen. Eva und Beat versuchten, Antworten darauf zu finden.

Sie sprachen mit sechs Chefärzten. Sie hatten das Gefühl, dass irgendetwas nicht optimal verlaufen sei. Dazu den Eindruck, dass die Ärzte sehr nervös seien.

  • Das Spital stellte sich auf den Standpunkt, dass kein kausaler Zusammenhang zwischen der Operation und der Schwellung bestehe – oder dass dieser Zusammenhang zumindest nicht bewiesen werden könne.
  • Eva und Beat hatten und haben die Vermutung, dass «nicht die Anästhesie angewandt wurde, die nötig gewesen wäre, oder dass die falschen Medikamente verabreicht wurden oder dass zu viele Medikamente gegeben wurden oder dass sie falsch gegeben wurden».

«Wir brauchen nicht Anwälte»

Die Eltern von Nico reden von den Ereignissen in einer Klarheit und Detailtreue, als ob sie nicht fast 12 Jahre zurücklägen, sondern eben erst geschehen wären. Und dennoch mag ich darin nicht eine halbe Silbe herauszuhören, die in Richtung Wut oder Verbitterung und auch nur Hadern mit dem Schicksal gehen könnte.

Dabei: Die Ärzte nahmen Eva und Beat mit den Worten in Empfang: «Kommen Sie mit Ihren Anwälten oder kommen wir mit Ihnen ins Gespräch?»

Nach Anwälten und jahrelangem Prozessieren stand den Eltern der Sinn indes ganz und gar nicht. Vielmehr gaben sie zur Antwort: «Wir brauchen nicht Anwälte – wir brauchen medizinische Betreuung für unser Kind.» Eine Aussage, die zur Beruhigung der Situation führte. Auch wenn sie die Gretchenfrage nicht aus der Welt zu schaffen vermochte: Ist Nico in seiner Wahrnehmung von Geburt auf beeinträchtigt? Oder ist die Beeinträchtigung eine Folge der Operation?

Niemand weiss es, niemand wird es je wissen.

Künstliches Koma und zweiter Geburtstag

Die medizinische Betreuung führte zur Verlegung vom Triemlispital in Zürich, wo Nico von einem Augenspezialisten operiert worden war, ins Kinderspital Zürich. Dort wurde Nico ins künstliche Koma versetzt. Auslöser dafür war die Befürchtung der Ärzte, dass «er wieder chrampfet», dass er also erneut epileptische Anfälle erleidet, falls er zu schnell wach wird.

Im Kinderspital wurden weitere Untersuchungen vorgenommen, um den Schwellungen auf die Spur zu kommen. EEG, EMRI – das ganze Programm. Ergebnis: einerseits klar erkennbare, auffällige Kurven. Andrerseits sehr unkonkrete Aussagen über den Zeitpunkt, wann die Hirnschwellung eingetreten ist («in den letzten Wochen»).

Am Abend des 4. November 2005 – nach insgesamt 10 Tagen Spitalaufenthalt – hat Nico seine Augen wieder aufgemacht. «Es war wie sein zweiter Geburtstag», erinnert sich Eva und fügt mit der grenzenlosen Freude der besorgten Mutter an: «Wir haben unseren Buben wieder.»

Medikament mit sehr, sehr starker betäubender Wirkung

Ungetrübt war die Freude nicht.

Nico bekam Beruhigungsmittel verabreicht, genauer gesagt Phenobarbital, ein Medikament «mit sehr, sehr starker betäubender Wirkung», wie Beat bemerkt. Und er muss es wissen: Denn er wagte den Selbstversuch und nahm das Medikament selber ein.

Bei Nico führte Phenobarbital dazu, dass er viel geschlafen hat, ja dass er letzten Endes «nur geschlafen und gegessen und wieder geschlafen hat».

Bei Beat führte Phenobarbital bei der einmaligen Einnahme dazu, dass er sich wie ein Roboter fühlte – ferngesteuert.

Eva konstatierte: «Wenn Nico immer nur schläft, kann er sich nicht bewegen und nicht spielen und nichts lernen.» Zudem: «Für uns war klar, dass er die Chrampfanfälle wegen der Operation hat.»

Nico hätte Phenobarbital bis zu seinem 15. Altersjahr nehmen müssen. Das kam für die Eltern nicht in Frage. Deshalb beschlossen sie, das Medikament nach einiger Zeit abzusetzen. Selbstverständlich nicht Knall auf Fall. «Wir haben uns professionell davon verabschiedet – jede Woche einen Tropfen weniger, so dass uns niemand vorwerfen kann, wir hätten Nico einfach kaltgestellt.»

Der Neurologe hatte geraten, Phenobarbital weiterhin zu verabreichen. Allerdings hat er den Stopp akzeptiert.

Nico stand weiterhin unter ärztlicher Kontrolle. Die Kadenz der Untersuchungen nahm allerdings ab. Schliesslich wurden sie nur noch halbjährlich vorgenommen. Parallel dazu verflachten sich auch die Kurven der Epilepsieanfälle – für Eva und Beat die Bestätigung, «dass Nico kein Epileptiker ist, dass er nur eine Sehbehinderung hat – aber einen Stress durch die Operation hatte».

Im Alter von sieben Jahren, vor der Einschulung, begannen die «Chrampfanfälle» wieder. In der Zeit davor hatte Nico keine Krampfanfälle mehr (wie er sie einzig bei der Augenoperation als Baby erlitt).

Erste Berührung mit «Führen»

Doch blenden wir nochmals zurück.

Nico ist wenige Monate alt. Eva und Beat fällt auf, «dass er sich nur langsam bewegt». In Reichweite gibt es zwei Physiotherapeutinnen. Die nähere in Näfels. Die entferntere in Weesen SG.

Als Glarnerin entscheidet sich Eva für Näfels. Doch nach vier oder fünf Therapiestunden ist aus damit. Wenn die Therapeutin versuchte, Nico zu drehen, schrie er. «Sie kam mit ihm einfach nicht zurecht.»

Eva fährt mit Nico nach Weesen. Die dortige Physiotherapeutin hat andere Ausbildungen – und Erfahrungen mit einem sehbehinderten Kind. Eva: «Sie hat viel gemacht mit Körperwahrnehmung, mit dem Taktilen. Sie hat auch ‹geführt› gearbeitet – etwas, das ich bis dahin nicht kannte.»

Einschub: Eva und Beat weisen darauf hin, dass sie bereits frühzeitig angefangen hätten, «zuzuordnen, was ist Sehbehinderung und was ist neurologisch bedingt».

Low-Vision-Beratung

Ins Kapitel «Sehbehinderung» gehört die «Low-Vision-Beratung», eine Art Früherziehung. Nico kam in deren Genuss vom vierten Lebensmonat an. Via Kinderarzt und via Visoparents, dem Verein von Eltern blinder, seh- und mehrfach behinderter Kinder, fanden Eva, Beat und Nico zu Sybille Oebel. Sie begleitete Nico und später Luca bis zur Einschulung bzw. bis zum Kindergarten.

Sybille Oebel war es auch, die mit dem Affolter-Modell® vertraut war, die mit Nico (und auch Bruder Luca) nach dem Affolter-Modell® arbeitete und den Eltern empfahl, bei der Stiftung wahrnehmung.ch in St.Gallen eine Abklärung vorzunehmen.

«Nico hat lange Zeit nur ‹gebrabbelt› und nicht geredet. Er konnte zwar gewisse Wörter, doch der Wortschatz ist nicht weiter gewachsen», blickt Eva zurück. Also besuchte Nico im Alter von zwei Jahren die Logopädie in der Heilpädagogischen Schule Niederurnen.

Logopädie bringt nichts

Das Fazit nach gut zwei Jahren, als Nico also bereits vier Jahre alt war: «Logopädie bringt nichts – wir brechen damit ab.»

Die Abklärung bei der Stiftung wahrnehmung.ch war für die Familie dann fast wie eine Erlösung. Die erste Begegnung mit Sabine Augstein dauerte zwei Stunden. In dieser Zeit hat Nico nach Beobachtung von Eva und Beat «nicht sehr viel gemacht. Aber wir haben von Sabine eine sehr passende Beschreibung bekommen und sofort gemerkt, dass hier Fachleute am Werk sind.»

Nach dem «knackigen Feedback» von Sabine Augstein fuhr Nico alle zwei Wochen zur Therapie nach St.Gallen – seit er in den Kindergarten geht, also seit nunmehr über fünf Jahren.

Der Kindergarten war auch anderweitig ein Wendepunkt. Nico wurde um ein Jahr zurückgestellt und besuchte den «kleinen Kindergarten» in Näfels im Alter von sechs Jahren. Wichtig war den Eltern die soziale Integration, dass Nico also im Dorf bleiben kann. «Ziel wäre es gewesen, Nico die Welt zu öffnen, aber behutsam, und ihn dabei mit anderen Kindern agieren zu lassen.»

Das Gespür für Nico fehlte

Ein schwieriges Vorhaben. Mit den anderen Kindern verlief die Sache gut. «Die Schwierigkeit bestand in den Lehrpersonen», sagt Eva. Die Kindergärtnerin habe sich viel Mühe gegeben. Jedoch haperte es mit dem Heilpädagogen, der für die Integration zuständig gewesen wäre – ein Primarlehrer, der im Alter von 58 Jahren die Zusatzausbildung begonnen und zu jenem Zeitpunkt sich noch in deren Anfängen befand. «Er hat einfach nicht das Gespür gehabt.»

Es gab Gespräche – viele Gespräche – mit der Kindergärtnerin und mit der Schulleiterin und mit der für die schulische Integration zuständigen Frau. Eva und Beat monieren noch heute die Qualitätskontrolle: «Es genügt nicht, jemanden hinzustellen – es geht auch darum, ob diese Person die Kinder fordern und fördern kann. Nico wurde nicht gefordert und nicht gefördert.»

Die Rettung: der «Sonnenberg»

Ursprünglich hatten Eva und Beat die Absicht, Nico ein zweites Jahr den Kindergarten an seinem Wohnort besuchen zu lassen, auch wenn er vom Alter her betrachtet alt genug für den Eintritt in die Primarschule gewesen wäre. Dazu kam es – wegen der oben geschilderten Schwierigkeiten – dann aber nicht, und Nico ging direkt in den «Sonnenberg».

Beim «Sonnenberg» handelte es sich ursprünglich um eine Schule für Sehbehinderte und Blinde. Die Institution hat eine lange Geschichte (siehe Box am Ende des Artikels), ist heute als Heilpädagogisches Schul- und Beratungszentrum ein Begriff und bietet u.a. eine Abteilung «Sehen plus» an. «Das Angebot entspricht exakt dem Bedürfnis von Nico», sagt seine Mutter und fügt an: «Die Kinder haben es dort wirklich gut.»

Nico fährt am Morgen mit dem Taxi nach Baar (bei Zug) und am Abend wieder zurück. Montags und dienstags, donnerstags und freitags. Am Mittwoch ist sein freier Tag.

Sein Tagesablauf, wenn er den «Sonnenberg» besucht:

  • 06.30 Uhr: Aufstehen, ankleiden, Zmorge essen. Seine Sachen für den Tag hat er am Vorabend bereitgemacht.
  • 07.20 Uhr: Ankunft Taxi. Die Fahrt dauert 45 bis 60 Minuten. Unterwegs steigen zwei oder drei andere Kinder zu.
  • 08.20 Uhr: Ankunft «Sonnenberg». Nico sucht die Wohngruppe auf.
  • 09.00–12.00 Uhr: Schulstunden inkl. Ergotherapie und Physiotherapie Mittagessen in der Wohngruppe.
  • 13.30–15.30 Uhr: Schulstunden
  • 16.45 Uhr: früheste Ankunft zu Hause. Die Ankunft kann auch erst 17.45 Uhr sein. Je nachdem, wann Nico abfährt und wie gross das Verkaufsaufkommen ist.

Vier Tage und zwei Nächte «Sonnenberg»

Seit einem Jahr fährt Nico einmal weniger nach Baar und zurück. Er verbringt die Nacht vom Donnerstag auf den Freitag im «Sonnenberg». Von Schlafen kann dabei nur bedingt die Rede sein. «Nico ist viel zu aufgeregt, als dass er schlafen könnte», meint seine Mutter. In der Nacht sei er ein «ganz besonders Knackiger». Wenn er nicht bei ihr schlafen könne, stehe er auf und mache, was er wolle.

Bald soll Nico eine zweite Nacht im «Sonnenberg» bleiben können. Dann verbringt er Montag/Dienstag und Donnerstag/Freitag auswärts.

Für nächstes Jahr sind zusätzlich ein Entlastungswochenende in den Frühlingsferien und acht Entlastungswochenenden geplant.

Eva und Beat sind über den «Sonnenberg» und die dortige Betreuung für ihren Sohn voll des Lobes. «Die Zusammenarbeit ist Spitze. Da könnten sich die öffentlichen Schulen ein Beispiel nehmen. Anders als dort geht es im ‹Sonnenberg› stets ausschliesslich um die Sache. Wer was ist oder wer was nicht ist, spielt nicht die geringste Rolle.»

Der «Sonnenberg» und das Affolter-Modell®

Eine wichtige Komponente im «Sonnenberg» ist das Affolter-Modell®. Lehrerinnen und Lehrer und weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden nach dem Affolter-Modell® ausgebildet. Das Affolter-Modell® kommt u.a. in der Physiotherapie, in der Logopädie und in der Wohngruppe zur Anwendung.

Im Laufe des Gesprächs erfahre ich über Nico noch viel mehr. «Er hat wahnsinnig gerne Sachen, die Töne machen», erzählt seine Mutter – etwa Klangbücher. Eines davon hält Nico in Hörweite in der Hand...

Nico spielt gerne im Freien. Und ganz besonders gerne geht er ins Schwimmbad – zum Schwimmen und Tauchen. Dort ist er in seinem Element, kann Ringe vom Bassinboden hochholen und sich über Wasser halten.

«Hat er denn keine Angst?», werfe ich ein.

Seine Mutter lacht: «Ich habe ihn frühzeitig runtergetaucht, um seine Augen sauber machen zu können – er hatte gar nicht die Möglichkeit, jemals Angst zu haben.» 

Als ich über den Parkplatz zurück zum Auto gehe, macht sich die Sonne bemerkbar. Licht und Wärme und Geborgenheit – das habe ich bereits die letzten zwei Stunden gespürt. Trotz der Kälte bei meiner Ankunft. Und trotz der Schatten, die über der Ankunft von Nico auf der Welt vor 12 Jahren lagen.

Andreas Prokesch

Eva Rickenbach und Beat Himmelberger

Eva Rickenbach war nach ihrem Abschluss (Berufsmatura an der Höheren Handelsschule, siehe Haupttext) ein Jahr stellenlos. «Eine Welt ist in mir zusammengebrochen», überkommt es sie bei den Gedanken an damals noch heute. Sie jobbte in einem Restaurant, wurde wieder stellenlos, versuchte den Einstieg ins Kaufmännische, schaffte ihn auch, arbeitete danach erneut in einem Restaurant, um wiederum stellenlos zu werden.

Im Rahmen der RAV-Angebote besuchte sie den OKP-Kurs (OKP = Orientierung – Kommunikation – Praktikum). Dies mit doppeltem Erfolg. Zum einen lernte sie ihren Beat kennen (siehe unten), zum anderen bekam sie ein Stellenangebot als Hauptkursleiterin von OKP-Kursen. Eva sagt über sich: «Ich habe ein gutes Flair für Menschen und für Stimmungen in der Gruppe. Ich habe das Gefühl, OKP-Kurse sind mein Ding, und ich habe eine gute Nische gefunden, um mit meiner Sehbehinderung eine Arbeit gut zu machen.»

Beat Himmelberger kommt aus dem kaufmännischen Bereich. Er hat zahlreiche, zum Teil sehr ausgedehnte Reisen unternommen, die ihn durch weite Teile Asiens führten, in erster Linie nach Indien und Nepal, aber auch nach Afghanistan, China, Pakistan, Thailand.

Später arbeitete Beat Himmelberger als Sozialpädagoge und orientierte sich Richtung Pädagogik. Er wurde Deutschlehrer für Fremdsprachige und Leiter für Kurse für Arbeitslose. Diese Tätigkeit übte er zuerst als Freelancer im Dienste von Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) aus und heute mit seinem Unternehmen beva glarona GmbH, das er mit seiner Lebenspartnerin Eva Rickenbach gründete und heute zusammen mit drei Angestellten betreibt. Weitere Informationen: www.beva-gl.ch

Der «Sonnenberg»

1925 gründete der Luzernische Blindenfürsorgeverein das Blinden-Institut Sonnenberg in Fribourg. Die Leitung übernahmen die Franziskanerinnen des Klosters Baldegg (LU), die sogenannten Baldegger Schwestern. Gestartet wurde am 5. Oktober 1925 mit fünf Kindern, deren Zahl rasch anstieg.

Nach 32 Jahren zog sich der Luzernische Blindenfürsorgeverein aus der Verantwortung zurück und übergab die Trägerschaft 1957 dem neu gegründeten Verein «Blinden- Sonnenberg». Dieser realisierte den Neubau im Juraquartier in Fribourg.

Starkes Wachstum seit den 1960er-Jahren

Als direkte Folge der 1960 eingeführten Schweizerischen Invalidenversicherung, nach der jedes sehbehinderte oder blinde Kind Anrecht auf Sonderschulung hat, erhöhte sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen auf 70. Die dadurch nötigen Um- und Neubaupläne auf dem bestehenden Areal liessen sich aber nicht verwirklichen. Deshalb empfahl das Bundesamt für Sozialversicherungen, einen neuen Standort zu suchen.

Da die meisten Kinder und Jugendlichen aus der Inner- und der Ostschweiz, aus dem Tessin und aus Graubünden kamen, drängte sich ein zentral gelegener Standort auf. Auf Vermittlung des Luzerner Regierungsrates Dr. Walter Gut und Oberstkorpskommandant Alfred Ernst konnte der Kanton Zug als Standortkanton gewonnen werden. So wurde 1981 der «Sonnenberg» in Baar eröffnet.

Ausbau der Angebote und Leistungen

Der «Sonnenberg» passte sein Leistungsangebot laufend den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen beziehungsweise der zuweisenden Gemeinden an. Es wurden integrative Sonderschulangebote, heilpädagogische Früherziehung und unterstützende Angebote für die berufliche Integration entwickelt.

Auf Wunsch des Kantons Zug lancierte der «Sonnenberg» im Jahr 2001 Angebote für Kinder und Jugendliche mit Sprachbehinderungen, Wahrnehmungsbeeinträchtigungen und Verhaltensauffälligkeiten. Seit 2008 werden auch blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche mit Mehrfachbehinderungen betreut.

Entsprechend den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen wurde und wird die Infrastruktur des «Sonnenbergs» weiterentwickelt, damit eine optimale Betreuung und Begleitung möglich ist. So präsentiert sich der «Sonnenberg» als moderne Schulanlage mit Internat sowie vielfältigen Betreuungs- und Therapieeinrichtungen.

Von der Erziehungsanstalt zur Heilpädagogik

Im Lauf der Jahre wurde der «Sonnenberg» mehrmals umbenannt. Die verschiedenen Bezeichnungen widerspiegeln dessen Selbstverständnis sowie die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.

Text aus www.sonnenberg-baar.ch

 

Lehrreich.

Affolter-Modell® Einführungsmodule in St. Gallen und Gümligen (bei Bern)

16. – 20. April 2018

Einführungsmodul in St. Gallen / APW-anerkannt

8. 12. Oktober 2018

Einführungsmodul in Gümligen (bei Bern) / APW-anerkannt

Wir entwickeln gemeinsam Verständnis für Menschen mit einer Wahrnehmungsproblematik. In diesem Einführungsmodul erhalten Sie einen umfassenden Überblick über das ganze Affolter-Modell® und erarbeiten grundlegende theoretische und praktische Aspekte.

Im Mittelpunkt stehen entwicklungs- und wahrnehmungspsychologische Aspekte wie Interaktion zwischen Person und Umwelt, Hypothesenbildung, Geschehen, Informationssuche, Wahrnehmungsorganisation.

Wir entwickeln konkrete Hilfen für den Alltag – zum Beispiel Situationsgestaltung, Auswahl geeigneter Aktivitäten, Gestaltung der Umwelt.

Sie lernen die Grundelemente des sogenannten elementaren und pflegerischen Führens kennen und können in der Anwendung erste Erfahrungen mit dieser Art der Intervention machen.

Sie setzen sich nicht nur mit der Situation und den Schwierigkeiten der Betroffenen auseinander, sondern auch mit den daraus abgeleiteten Zielsetzungen in der Arbeit nach dem Affolter-Modell®.

Der Besuch dieses Einführungsmoduls ist Voraussetzung für den Besuch von weiteren Modulen – was wiederum Voraussetzung für die Erlangung einer APW anerkannten Zusatzqualifikation als Therapeutin/Therapeut im Affolter-Modell® ist.

Hintergründig.

Ein Fest der Begegnung

40 Jahre Stiftung wahrnehmung.ch

Von Brigitte Pastewka

Die Stiftung rief, und viele, viele kamen. Über 200 Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung der Stiftung wahrnehmung.ch zur Feier ihres 40. «Geburtstages» am 9. September im Pfalzkeller in St. Gallen.

Regierungsrätin und Stadtpräsident

Sie erwartete ein buntes Programm mit Ansprachen – unter anderen von Regierungsrätin Heidi Hanselmann und dem St. Galler Stadtpräsidenten Thomas Scheitlin –, Musik und Videoclips. Höhepunkt bildete ein Auftritt des «Clown-Syndroms».

Wiedersehensfreude auf Schritt und Tritt

Wie sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung gewünscht hatten, wurde es ein richtiges Geburtstagsfest. Im blumengeschmückten Pfalzkeller gab es allenthalben Jubel, wenn sich Leute wiedertrafen, die sich oft seit Jahren nicht gesehen hatten. Klientinnen und Klienten trafen ihre Therapeuten, Kursleiter trafen Kursteilnehmer, und Eltern nutzten den Apéro, um alte Kontakte untereinander aufzufrischen. Allen gemeinsam war die langjährige Verbundenheit mit der Stiftung wahrnehmung.ch und dem Affolter-Modell® – und die Neugier darauf, was aus dem ehemaligen «Zentrum für Wahrnehmungsstörungen» geworden ist.

Das «Geburtstagsgeschenk»: vier Videoclips

In den 40 Jahren seit der Gründung durch Dr. Félicie Affolter hat sich vieles verändert, manches ist gleich geblieben, und einige Dinge tauchen nun in einem neuen Kontext auf. Einen Einblick in den aktuellen Stand der Arbeit gaben vier Videoclips aus den verschiedenen Arbeitsbereichen der Stiftung wahrnehmung.ch. Sie sind Teil des «Geburtstagsgeschenkes», das sich die Stiftung selber gemacht hat. Für die Website wahrnehmung.ch wurden verschiedene Clips aus der täglichen Arbeit produziert. Wie Sabine Augstein in ihrer Anmoderation erklärte, war diese Produktion insbesondere im Teilbereich Therapie ein langwieriger und nicht immer einfacher Prozess, wollte man doch das Spezifische der Arbeit verdeutlichen, ohne die Klientinnen und Klienten «auszustellen». Das scheint gelungen – die Rückmeldungen aus dem Publikum waren auf jeden Fall positiv. Im Laufe der nächsten Monate sollen die Videoclips nun in die Website www.wahrnehmung.ch integriert werden und so das Affolter-Modell® und die Arbeit der Stiftung für Interessierte fassbarer machen.

«Oberschiedlich» und «Unterschiedlich»

Entspannung nach dem offiziellen und dem fachlichen Teil der Feier bot ein Auftritt des «Clown-Syndroms». Eric Gadient und Olli Hauenstein, begleitet von Andreas Kohl am Flügel, nahmen die Zuschauer mit in die Welt von «Oberschiedlich» (Eric Gadient) und «Unterschiedlich» (Olli Hauenstein). Sie schwangen ihre Angelrute, kämpften mit der Sardinenbüchse und sangen letztendlich mit der Sardine «Cu Cu Ru Cu Cu – Paloma», statt sie zu essen. So blieb ihr Magen leer und sie setzten – wie auch das Publikum – ihre Hoffnung auf den Apéro, den sie sich noch mit einem Geburtstagsständchen mit singender Säge und Luftklavier redlich verdienten.

Persönlicher Dank an Dr. Félicie Affolter

Die amüsierten Geburtstagsgäste folgten dem Hinweis auf das Buffet gerne und nutzten die folgenden Stunden für Gespräche und den Aus­tausch von Erinnerungen. Etliche nahmen die Anwesenheit von Dr. Félicie Affolter zum Anlass, ihr persönlich für ihre Arbeit zu danken. «Es war mir ein Anliegen als Betroffene», sagte Chantal Tanner, «mich bei Frau Dr. Affolter für ihre Arbeit zu bedanken. Ohne das Affolter-Modell® und die Arbeit der Stiftung wahrnehmung.ch wäre ich nicht die Frau, die ich heute bin.»

Chantal Tanner dankt Dr. Félicie Affolter: «Ohne das Affolter-Modell® und die Arbeit der Stiftung wahrnehmung.ch wäre ich nicht die Frau, die ich heute bin.»

Die Stiftung wahrnehmung.ch

Seit 40 Jahren ist die Stiftung wahrnehmung.ch in St. Gallen auf dem Gebiet der Probleme in der Wahrnehmung tätig. Ihre Aufgabenfelder sind dabei vielfältig:

  • Betroffene Erwachsene, Kinder und ihre Familien erhalten Hilfe durch sorgfältige Abklärung, gezielte Therapie und eingehende Beratung.
  • Institutionen und Fachpersonen werden durch ein interdisziplinäres Team individuell beraten.
  • Fachpersonen erhalten eine fundierte Ausbildung im Affolter-Modell® oder können sich in Weiterbildungsveranstaltungen über Probleme in der Wahrnehmung und über das Affolter-Modell® informieren.
  • Forschung und Modellentwicklung im Affolter-Modell® bilden die Basis der praktischen Arbeit sowie der Lehr- und Beratungstätigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung. 

Das Affolter-Modell®

Die Logopädin und Psychologin Félicie Affolter – eine Schülerin von Jean Piaget – arbeitete jahrelang mit Kindern und Erwachsenen, die Probleme mit der Wahrnehmung haben. Sie entwickelte das nach ihr benannte Affolter-Modell®, das ein Entwicklungsmodell und eine Therapiemethode umfasst.

Das Entwicklungsmodell geht davon aus, dass jede Entwicklung auf einer Interaktion zwischen Mensch und Umwelt beruht. Wenn diese Interaktion aufgrund von Problemen mit der Wahrnehmung behindert ist, ist auch die Entwicklung gestört. Dem taktil-kinästhetischen System, das den gespürten Input bei allen Interaktionsprozessen liefert, kommt also eine herausragende Bedeutung zu.

Die Therapiemethode des Affolter-Modells® versucht, durch geführte Interaktionen im pflegerischen Bereich oder bei der Bewältigung von Alltagsproblemen gespürte Informa­tionen zu ermöglichen und Entwicklungsschritte einzuleiten.

Festansprache von Jean-Claude Diener, Stiftungsratspräsident der Stiftung wahrnehmung.ch

Sehr geehrte Frau Regierungsrätin Hanselmann,
sehr geehrter Herr Stadtpräsident Scheitlin,
sehr geehrte Frau Dr. Affolter,
sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste,

als Stiftungsratspräsident der Stiftung wahrnehmung.ch obliegen mir im Wesentlichen drei Aufgaben:

  • Ich habe zu motivieren.
  • Ich habe zu danken, wenn die Motivation Früchte getragen hat.
  • Und ich habe auszubügeln, falls einmal etwas schieflaufen sollte.

Motivationsspritzen brauche ich niemandem zu geben – weder unter den Mitgliedern des Stiftungsrates noch unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung wahrnehmung.ch. Die Erkenntnisse von Frau Dr. Affolter und die Stiftung, die basierend auf ihrer Arbeit entstanden ist, sind Motivation genug.

Auszubügeln habe ich höchstens eigene Fehler.

Und so kann ich mich ganz auf die schönste Aufgabe beschränken – den Dank.

Ich danke Ihnen, sehr geehrte Frau Regierungsrätin Hanselmann, für Ihre sehr geschätzte Anwesenheit und die Grussworte, die Sie an uns richten werden.

Ich danke Ihnen, sehr geehrter Herr Stadtpräsident Scheitlin, in genau gleicher Weise.

Ich danke Ihnen, sehr geehrte Frau Dr. Affolter, dass Sie unser Jubiläumsfest mit Ihrem Besuch beehren und damit Ihre fortwährende Verbundenheit mit unserer Stiftung und ihrer Arbeit zum Ausdruck bringen.

Ich danke Ihnen, Frau Schaerer, dass Sie sich als Vertreterin des Vorstandes APW – Arbeitsgemeinschaft pro Wahrnehmung – und als Elternvertreterin an uns wenden werden.

Ich danke Olli Hauenstein, Eric Gadient und Andreas Kohl, dass sie mit dem «Clown-Syndrom» bei uns auftreten werden.

Ich danke Adrian Hofer als Leiter der Stiftung wahrnehmung.ch und allen ehemaligen und heutigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stiftung für ihre grosse Arbeit, die sie während 40 Jahren mit ungebrochenem Engagement erbrachten und weiterhin erbringen.

Vor allem aber danke ich Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste, liebe Freundinnen und Freunde unserer Stiftung: für Ihr Erscheinen, für Ihr fortwährendes Vertrauen in uns und unsere Arbeit und ganz speziell für Ihre ununterbrochene Unterstützung in ideeller, in persönlicher, aber auch in finanzieller Hinsicht – denn ohne sie gäbe es die Stiftung wahrnehmung.ch nicht und damit auch keinen Grund zum Feiern.

DANKE.

 

Festansprache* von Adrian Hofer, Leiter Stiftung wahrnehmung.ch

Liebe Gäste,

Gut, dass es uns gibt

«Vielen herzlichen Dank für Ihre Einladung zu Ihrem 40-Jahr-Jubiläum. Ich bedaure zutiefst, nicht zu Ihrem Jubiläum kommen zu können. Sehr gerne hätte ich mit Ihnen gefeiert! Aber es ist mir aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich. Ihre Behandlungsmethode nach dem Affolter-Modell® war für meine Arbeit von grösster Bedeutung. Hat sie doch als einzige Therapie den Kindern mit Wahrnehmungsstörungen wirklich geholfen, hat sie aus ihrer Ausgegrenztheit herausgeholt und ihnen einen guten Weg in die Zukunft geboten. Ihnen, Ihren Mitarbeitern und Ihrer Stiftung wünsche ich weiterhin viel Erfolg und Freude an Ihrer Arbeit.»

«Wir sind froh, dass es euch gibt! Schön, dass es euch schon so lange gibt und es euch weiterhin geben wird!!! Ihr macht wichtige, gute Arbeit; das weiss ich!»

Das sind zwei von vielen Zuschriften, die wir als Reaktion auf unsere Einladung zur heutigen Feier erhalten haben.

Ja, geblieben ist unser Engagement für zahlreiche Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Wahrnehmungsproblemen. Geblieben ist die Aufgabe, dieser Problematik mit Aufklärungsarbeit, Abklärungen und Therapien zu begegnen. Und geblieben ist das Engagement, mit dem wir diese Aufgabe seit Jahr und Tag und in vielfältiger Form bewältigen.

Félicie Affolter, die Gründerin

All dies wäre nicht möglich, wenn nicht vor mehr als 40 Jahren eine sehr gescheite, neugierige und gleichzeitig nachdenkliche Frau gefragt hätte, warum die ihr zugewiesenen Kinder nicht sprechen lernen, wenn man mit ihnen Sprechen übt und sie doch gut hören...

Liebe Félicie Affolter, als Sprachwissenschaftlerin bist du es gewohnt, den Dingen auf den Grund zu gehen. Schon immer warst du offen, fragend, erörternd. Damit hast du es dir und auch uns nie einfach gemacht. Mit sogenannten Interpretationen hast du dich nie zufrieden gegeben. Du hast stets die dazugehörigen Beobachtungen eingefordert. Unzählige Formulierungen hast du hinterfragt und neu formuliert. Das war für uns oft sehr mühsam. Aber du hast immer gesagt, Lernen sei nicht einfach lustig und angenehm, sondern mit Mühe verbunden. Und gelernt von dir haben wir sehr viel!

Dafür bedanke ich mich persönlich, aber auch im Namen vieler Mitstreiterinnen und Mitarbeiter ganz herzlich bei dir und deinem Mitarbeiter Walter Bischofberger, mit dem du seit über 50 Jahren zusammen forschst und publizierst.

Das Affolter-Modell®

Félicie Affolter ist den Dingen auf den Grund gegangen. Es ist deshalb passend, wenn wir in unserer Arbeit vom Wurzel-Entwicklungsmodell sprechen. Wer einen Garten hat, weiss, dass die Arbeit an der Wurzel nicht immer einfach ist. Wurzeln wollen gehegt und gepflegt werden, und dazu braucht es eine gehörige Portion «Gspüri».

Um Spürerfahrungen geht es auch im Affolter-Modell®. Dabei geht es nicht einfach nur um das Spüren um des Spürens willen. Es geht um das gemeinsame, behutsame Suchen und Auffinden taktiler Informationsquellen beim alltäglichen Lösen von Problemen. Die gespürte Interaktionstherapie hilft zum Beispiel, nach einem Gehirntrauma verlorene Fähigkeiten zurückzugewinnen. Besonders erfolgreich ist sie aber auch, um Kinder mit Wahrnehmungsproblemen beim Spracherwerb zu unterstützen.

Das Affolter-Modell® ist heute urheberrechtlich geschützt; das heisst aber nicht, dass nun ausgeforscht wäre. Nutzen wir die nächsten 40 Jahre dazu. Nicht zuletzt die vielen Anfragen von jungen Leuten, die eine Matura-, Bachelor- oder Masterarbeit verfassen und sich zwecks Interesse und Unterstützung an uns wenden, stimmen mich diesbezüglich sehr optimistisch.

Danke

Sehr geehrte Frau Regierungsrätin, sehr geehrter Herr Stadtpräsident,

wir danken Ihnen sehr, dass Sie als Vertreter des Kantons St. Gallen und der Stadt St. Gallen uns und die Stiftung mit Ihrer Anwesenheit beehren.

Liebe Claudia Schaerer,
geschätzte Kolleginnen und Kollegen,
liebe Gäste,

es freut mich und ich danke Ihnen, dass so viele von Ihnen unserer Einladung gefolgt sind und damit ihre Verbundenheit mit unserer Stiftung zum Ausdruck bringen.

Liebe ehemalige und aktuelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
liebe ehemalige und aktuelle Stiftungsrätinnen und Stiftungsräte, lieber Jean-Claude Diener,

unsere Stiftung hatte es in all den Jahren nie leicht. Aber jede und jeder von euch hat mit seinem ganz persönlichen Engagement zum Erfolg beigetragen, dass wir uns heute freuen und auch ein wenig feiern dürfen.

Dafür danke ich Ihnen und euch von ganzem Herzen.

* Die Zwischentitel stammen von der Redaktion

 

 

Überlegungen zur Erfassung von Wahrnehmungsproblemen, Teil II

Von Adrian Hofer, lic. phil., Leiter Stiftung wahrnehmung.ch

Abklärung

Nebst Anamneseerhebung und direkter Arbeit mit dem Kind müssen bei Aussagen über Wahrnehmungsprozesse und beim Erfassen von Wahrnehmungsproblemen verschiedene Aspekte berücksichtigt werden. Diese Aspekte sind ebenso von Bedeutung für die Besprechung und Planung des weiteren Vorgehens mit allen Beteiligten und beim Festlegen therapeutischer Schwerpunkte.

(1) Beobachtung der Interaktion Person-Umwelt

Wahrnehmungsprozesse sind nicht direkt beobachtbar. Wir sind deshalb auf Beobachtungen zur Interaktion zwischen Person und Umwelt angewiesen, wenn wir Aussagen über die Wahrnehmung machen wollen. Dabei können wir einerseits Veränderungen im Verhalten des Kindes und andererseits – damit im Zusammenhang stehend – Veränderungen in der Umwelt beobachten. Solche Beobachtungen bilden dann für uns die Grundlage für Interpretationen zum Stand der Interaktionsentwicklung, zur Wahrnehmungsorganisation und für Erklärungen des oft schwer verständlichen Verhaltens für die Beteiligten. Diese Interpretationen erfolgen stets vor dem Hintergrund von Kenntnissen über die unauffällige Entwicklung, aber auch von Kenntnissen über auffällige Entwicklungsverläufe.

(2) Alltagssituationen und Testsituationen

Unser Leben ist durch ständig wechselnde Situationen gekennzeichnet. Scheinbar mühelos und selbstverständlich bewegen wir uns durch den Alltag, und meist wird uns gar nicht bewusst, dass wir zur Orientierung im Alltag und für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben und Probleme zu jedem Zeitpunkt auf ein gewisses Ausmass an Information angewiesen sind.

Erst die Konfrontation mit unvertrauten oder nicht erwarteten Situationen (ein Gegenstand befindet sich nicht an seinem gewohnten Platz; der Zug fährt von einem anderen Gleis weg etc.) macht uns schlagartig bewusst, wie wir nun nach Information zu suchen beginnen. Wahrnehmung steht also stets im Zusammenhang mit einer augenblicklichen Situation. In einer Abklärungssituation müssen daher verschiedene Situationen gestaltet werden: vertrautere, alltägliche Situationen (z.B. Jacke aufhängen, Schuhe ab- oder anziehen) und unvertrautere, beispielsweise Testsituationen. Bei den standardisierten Situationen haben sich Verfahren zur Audiometrie, Formerfassung (Stereognosietest)[Sonderegger et al.: 1995], Intelligenzuntersuchung (SON-R), Handlungsplanung (Bocal) und diverse Verfahren zur Sprachabklärung bewährt.

Immer bewusster geworden ist uns in den letzten Jahren, wie wenig Alltagsrelevanz zum Teil aber solche Testaussagen haben. Andererseits kann man sehen, wie hochkomplex Alltagssituationen im Vergleich zu Testsituationen sind. Diese zu nutzen, um für die Förderung qualifiziertere und relevantere Aussagen zu bekommen, ist nicht einfach, aber möglich. Ein Versuch zur systematischen Nutzung einer alltagsnahen Situation wurde durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Stiftung dokumentiert und auch veröffentlicht [Ehwald et al.: 2001].

(3) Diskrepanzen

Das Feststellen von Diskrepanzen ist eine der bedeutendsten Möglichkeiten, Kinder mit einer zentralen Wahrnehmungsproblematik von anderen Gruppen zu unterscheiden [Affolter: 1967]. So wird beispielsweise ein Kind mit einer motorischen Beeinträchtigung – unabhängig von der Situation – in gleich auffälliger Art und Weise verschiedene Treppen hoch- und hinuntersteigen. Steht jedoch eine Wahrnehmungsproblematik im Vordergrund, kann immer wieder beobachtet werden, dass ein solches Kind mit einem ausgesprochen auffälligen Bewegungsmuster bei uns in der Abklärungssituation die unvertraute Treppe hochsteigt, das Treppensteigen zu Hause in der vertrauten Umgebung aber auf völlig unauffällige Art und Weise bewerkstelligt.

Weitere Diskrepanzen bestehen beispielsweise zwischen:

  • Leistungen, die eine Integration komplexerer Aspekte (Zeitdruck, sukzessive Aufnahme, mehrere Gesichtspunkte) erfordern, und Leistungen, die eine Integration einfacherer Aspekte (viel Zeit, simultane Aufnahme, einen oder zwei Gesichtspunkte) erfordern
  • Leistungen in geführten Situationen und in Ausführungssituationen
  • Leistungen, die mehrheitlich formal-logische Funktionen erfordern, im Gegensatz zu Leistungen, die eher figural-begrifflich-inhaltliche Funktionen erfordern

Von hoher praktischer Relevanz ist das Auffinden solcher Diskrepanzen auch bei der Unterscheidung einer allgemeinen Intelligenzverminderung von speziellen zentralen Ausfällen mit potentiell normal vorhandener Lernfähigkeit.

In der Regel wird ein tiefer Intelligenzquotient (IQ) leider auch heute noch vorschnell als geistiger Entwicklungsrückstand interpretiert. Der IQ als Durchschnittswert löscht jedoch die extremen, aus dem Rahmen fallenden, positiven oder negativen Einzelresultate der Subtestaufgaben und damit wertvolle Informationen und Hinweise auf besondere Fähigkeiten und Schwächen des Kindes. So können auch in Intelligenztests – unabhängig vom IQ – Befunde gefunden werden, welche darüber Auskunft geben, ob die Wahrnehmungs- und Intelligenzleistungen des Kindes einerseits altersgemäss und andererseits unter sich ausgeglichen oder diskrepant sind. Bei unserer Zielgruppe finden wir in der Regel stets diskrepante Leistungsprofile. Diese dokumentieren eindrücklich die in Berichten erwähnten und unverstandenen Diskrepanzen in den Leistungen und lassen sich aufgrund dessen einordnen.

(4) Input-Output-Berücksichtigung

Informationsaufnahme, Suche nach Information und Verarbeitung von Information werden sogenannten Inputleistungen zugeordnet. Das heisst, es geht um die Frage, wie das Gehirn mit Informationen (Input) umgeht. Diese Vorgänge sind im Allgemeinen nicht beobachtbar. Zu beobachten sind lediglich Verhaltensweisen im Zusammenhang mit einem bestimmten Informationsangebot. Ein Beispiel: Ein Kind spielt mit einem Gegenstand; ein Ton ertönt; das Kind hält kurz in seinem Spiel inne. Aus diesem Innehalten kann ich schliessen, dass die Information in irgendeiner Form beim Kind «angekommen» ist.

Outputleistungen auf Wahrnehmungsprozesse geschlossen. Das bedeutet im obigen Beispiel: Man erwartet, dass sich das Kind der Schallquelle zuwendet. Outputleistungen umfassen aber stets mehr als nur Wahrnehmung. Es kann daher höchst kritisch sein, wenn über mangelhafte oder fehlende Outputleistungen auf Wahrnehmungsprozesse zurückgeschlossen wird. Deshalb sind für uns neben Situationen, wo Ausführungsleistungen beobachtet und interpretiert werden, besonders auch Situationen wichtig, wo das Kind nicht etwas ausführen muss, sondern wo es geführt wird (nach Affolter) [Ehwald & Hofer: 2001 / Hofer: 2009]. Gerade aufgrund solcher Situationen oder aufgrund von Unterschieden im Vergleich zu Ausführungssituationen lassen sich meist wichtige Aussagen zur Wahrnehmungsorganisation und zum Umgang im Auffinden von relevanten Informationsquellen machen. Hieraus ergeben sich wichtige Hinweise für die therapeutische Förderung.

Ähnlich verhält es sich auch in anderen Bereichen: Im sprachlichen Bereich muss berücksichtigt werden, dass Aussagen über Sprachverständnisleistungen nicht über Leistungen des sprachlichen Ausdrucks geprüft und beurteilt werden dürfen; im auditiven Bereich ist darauf zu achten, dass auditive Diskriminierungsleistungen nicht über Sprechaudiometrie und damit sprachlichen Output geprüft wird, sondern beispielsweise über Wortpaardiskrimination, wo das Kind nur beurteilen muss, ob die gehörten Wortpaare gleich oder verschieden sind, und somit der sprachliche Output auf ein Minimum beschränkt wird.

Es ist somit grundsätzlich wichtig zu beachten, dass bei Leistungsausfällen nicht direkt auf die Ursache geschlossen werden darf. Die Berücksichtigung der diskutierten Aspekte hilft, Fehldiagnosen und Misserfolge in Erziehung, Therapie und Schule zu vermeiden.

Zuweisungskriterien

Eine Störung in der zentralen Organisation taktil-kinaesthetischer, intermodaler und/oder serialer Wahrnehmungsprozesse beeinträchtigt ein Kind immer und unabhängig von seiner Intelligenz in seinem Alltag, in seinem Verhalten, in seiner Sprachentwicklung, in seinem Sozialverhalten, in seinen Schulleistungen.

Gerade weil sich hinter sehr vielen Diagnosen, Verhaltens- und Leistungsauffälligkeiten Wahrnehmungsprobleme finden lassen, ist es nicht einfach, eng umschriebene Zuweisungskriterien für eine Abklärung nach Affolter zu formulieren. Wenn dennoch der Versuch gewagt werden soll, Kriterien zu formulieren, die Anregungen für die Erfassung von Menschen mit einer zentralen Wahrnehmungsproblematik geben, dann im Bewusstsein, dass je nach Art und Schweregrad der Wahrnehmungsprobleme einzelne oder mehrere Kriterien in Kombination entsprechende Hinweise geben können. Sie erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Hinweise in freien Situationen:

  • gleichbleibende Aktivität
  • vorwiegend visuell ausgerichtete Exploration oder aber «blinder Aktionismus»
  • schlechter Blickkontakt

Beobachtungen in Anforderungssituationen:

  • verkürzte Aufmerksamkeitsspanne
  • Leistungsschwankungen im Ablauf der Zeit (einmal geht es ganz gut, dann ist es wieder zum Verzweifeln) oder in Abhängigkeit der Situation, wo insbesondere räumliche Gegebenheiten und die Komplexität der Aufgaben eine wichtige Rolle spielen
  • Schwierigkeiten in der Nachahmung
  • Umstellungsschwierigkeiten (Verharren in gewohnten Handlungen mit Verweigern von Aufgaben bis hin zu Panikreaktionen: Kinder, die in unvertrauten Situationen plötzlich einen ausgesprochen gehetzten Eindruck machen, zu schreien oder um sich zu schlagen beginnen)
  • starke emotionale Spannungen infolge Verstehen von Problemlösesituationen bei gleichzeitiger Unzulänglichkeit beim Auffinden und Explorieren von Lösungsmöglichkeiten
  • fehlende erwartete Therapiefortschritte
  • sprachliche Auffälligkeiten in mehr als einer Modalität (Verständnis/Ausdruck; schriftlich/mündlich)
  • diskrepantes Entwicklungsprofil

Zeitpunkt der Abklärung

Wir gehen davon aus, dass eine Wahrnehmungsproblematik innerhalb der ersten beiden Lebensjahre erfasst werden kann. Eigene Statistiken zeigen aber, dass nach wie vor der Grossteil der Zuweisungen erst im Kindergarten- oder Schulalter erfolgt. Die Früherfassung und -behandlung von Wahrnehmungsproblemen ist uns deshalb ein grosses Anliegen.

Das von der Stiftung wahrnehmung.ch in Zusammenarbeit mit Ostschweizer Kinderärzten entwickelte Screening WESUK zur Früherfassung von Wahrnehmungsproblemen kann in dieser Hinsicht eine wertvolle Hilfe sein. Es steht Kinderärztinnen und Kinderärzten, aber auch allen Fachpersonen, die im Frühbereich tätig sind, zur Verfügung. Seit Abschluss der Longitudinalstudie im Jahr 2012 haben wir im In- und Ausland 15 WESUK-Schulungen durchgeführt, die von rund 200 Fachpersonen besucht wurden.

«Problemorientierter Ansatz»?

Es ist uns bewusst, dass Schwächen allein beim Kind auszumachen, zu kurz greift. Es wird daher propagiert, die Problematik bei einem Kind unter Einbezug seines gesamten Umfeldes zu betrachten (systemischer Ansatz). Häufig ist die beste Hilfe bei Schwierigkeiten eines Kindes in dessen Umfeld zu finden. Hinter dieser Haltung, der gerade in der heutigen schnelllebigen und konsumorientierten Gesellschaft einiges abzugewinnen ist, steckt aber auch eine gefährliche Tendenz: In der Praxis wird sehr oft das Umfeld (immer häufiger sind es wieder die Eltern) für das Versagen eines Kindes verantwortlich gemacht. Schuldgefühle werden vermittelt und verstärkt, sonderpädagogische Massnahmen und Hilfen werden verwehrt, auch dort, wo tatsächlich eine Problematik hinter dem Versagen wirkt, die eben nicht so einfach sichtbar ist.

Es ist deshalb notwendig, dass heute neben der systemischen Sichtweise auch der «störungsorientierte Ansatz», verbunden mit einer fundierten Kenntnis von unauffälliger und auffälliger Entwicklung, nicht verlorengeht. Das Versagen erklären und einordnen können ist das eine – und wenn es dabei bleiben würde, erfolgt die Kritik zu Recht als zu kurz greifend. Andererseits ist es jedoch auch unabdingbare Voraussetzung dafür, dass die optimalen Ressourcen – die jedes Kind mit einer Wahrnehmungsproblematik hat – gefunden und in der Förderung mitberücksichtigt werden können.

Literatur

  • Affolter, F. (1967). Zentrale Sprachschädigung bei Kindern. In: Festschrift zum 60. Geburtstag von Eduard Montalta: Menschenbild und Menschenführung. Freiburg, Universitätsverlag: S. 262–295.
  • Affolter, F. (1974). Leistungsprofile wahrnehmungsgestörter Kinder. Pädiat. Fortbild.-K. Praxis, 40: S. 169–185.
  • Affolter, F. & Bischofberger, W. (2007). Nichtsprachliches Lösen von Problemen in Alltagssituationen bei normalen Kindern und Kindern mit Sprachstörungen. Villingen-Schwenningen, Neckar-Verlag.
  • Ehwald, W., Kehl, D., Fink-Schneider, A. & Hofer, A. (2001). Explorationsverhalten in einer alltäglichen Problemlösesituation: eine Fallstudie bei drei sprachauffälligen und drei sprachunauffälligen Kindern. Luzern, ED. SZH/SPC.
  •  Ehwald, W. & Hofer, A. (2001). Das Affolter-Modell®. In: A. Fröhlich, N. Heinen, W. Lamers (Hrsg.): Schwere Behinderung in Praxis und Theorie –  ein Blick zurück nach vorn. Texte zur Körper- und Mehrfachbehindertenpädagogik, Bd. 1 (S. 83–99). Düsseldorf, Verlag «selbstbestimmtes lernen».
  •  Hofer, A. (2009). Das Affolter-Modell®. Entwicklungsmodell und gespürte Interaktionstherapie. München, Pflaum-Verlag.
  •  Hofer, A. (2013). WESUK – ein Screening zur frühen Erfassung von Wahrnehmungsproblemen. Kinderärzte.Schweiz 02: S. 22–24.
  •  Sonderegger, H., Ehwald, W., Fink, A., Hofer, A. & Kehl, D. (1995). Exploratives Verhalten in einer Problemlöseaufgabe mit sprachfreiem Material bei drei sprachauffälligen und drei sprachunauffälligen Kindern. Die Sprachheilarbeit, 5: S. 396–414.

 


Alle bis jetzt erschienenen Beiträge auf einen Blick. 

Therapeut

Altersbetreuung

Pflegepersonen

Eltern

Erzieher

Sozialpädagoge

Erwachsener

Schulbehörde

Gönner

Jugendlicher

Kind

Student

Mütterberatung

Spitex

Psychiater

Lehrperson

Dienste

Spital

Reha-Klinik

Arzt